Saturday 5. December 2020

NEU! Orthodoxe Kirchenzeitung

für Österreich im neuen Layout

Die aktuelle Ausgabe Frühjahr-Sommer/2019

 

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NEU! "Orthodoxe Religionspädagogik"

an der Universität Wien

 

 

Geschichte der Rumänisch-orthodoxen Kirche in Österreich

 

Die Anfänge der rumänisch-orthodoxen Kirche in Österreich gehen auf das 18. Jahrhundert zurück. Inzwischen gibt es in ganz Österreich ein lebendiges Gemeindeleben.

 

Die Anfänge der rumänisch-orthodoxen Kirche in Österreich gehen auf das 18. Jahrhundert zurück. Kaiser Karl VI. bewilligte 1723 die Gründung der Bruderschaft zum Heiligen Georg. Diese hatte das Recht, alle orthodoxen Gläubigen in Wien religiös zu betreuen. Dazu gehörten auch orthodoxe Rumänen.

 

Maria Theresia verlieh der Gemeinde am 10. Februar 1776 ein religiöses Privileg. Dieses sah vor, dass nur die Gläubigen um die Kapelle zum Heiligen Georg im Steirerhof berechtigt waren, orthodoxe Gottesdienste in Wien abzuhalten. Diese Kapelle hatte für alle Orthodoxen offen zu sein, unabhängig von Nationalität und Sprache.

Im Jahr 1790 wurde die Kirche am Fleischmarkt erbaut. Fortan feierten die orthodoxen Christen auch dort gemeinsam Gottesdienst.

 

Schon Ende des 19. Jahrhunderts gab es verstärkte Bemühungen, eine eigene rumänisch-orthodoxe Gemeinde zu gründe. Am 27. Mai 1899 trafen sich über 150 Rumänen, die das Anliegen unterstützten. Das Komitée stellte dem Metropoliten Arcadie von Bukowina die Lage vor und reichte beim erzbischöflichen Konsistorium in Czernowitz eine Liste mit den Namen der rumänisch-orthodoxen Familien in Wien ein.

Auch Karl Lueger, damaliger Bürgermeister Wiens, erfuhr von dem Anliegen der Rumänen und erwies sich als großer Unterstützer. So gründete man 1902 den „Rumänischen Klub“ in Wien als rechtliche Form der Solidarisierungsbemühungen der Rumänen in Wien.

 

Ab 1907 feierte die rumänisch-orthodoxe Kirchengemeinde in einer eigenen Kapelle in der Löwelstraße 8, im ehemaligen Palais Diettrichstein, ihre Liturgie in Rumänisch.

Im Jahr 2002 haben die orthodoxen Rumänen die Andreaskirche, 11., Simmeringer Hauptstr. 161 mit einem Pfarrzentrum gebaut. Die Kirche wurde am 14. Juni 2009 von Seiner Seligkeit Patriarch Daniel geweiht.

 

Durch das Orthodoxengesetz aus dem Jahr 1967 wurde die rumänisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Wien als Körperschaft des öffentlichen Rechts bestätigt. Rumänisch-orthodoxe Pfarren wurden in einem weiteren Schritt auch in Salzburg, Graz, Klagenfurt, Knittelfeld und Feldkirch organisiert. Inzwischen gibt es auch Filialen in Wiener Neustadt, Sankt Pölten, Krems, Oberpullendorf, Amstetten, Neudau, Innsbruck u.a.

 

Kurze Darstellung der Orthodoxen Kirche in Rumänien

Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche ist eine Kirche apostolischer Herkunft, gegründet durch die missionarische Tätigkeit des Heiligen Apostels Andreas, der das Wort des Evangeliums in der alten römischen Provinz Scythia Minor, dem zwischen Donau und Schwarzen Meer liegenden Gebiet (im Südosten Rumäniens), verkündet hat.

Im Jahr 325 nahm der Bischof von Tomis (Constanţa) am 1. ökumenischen Konzil von Nikaia teil. Kaiser Justinian I. gründete im 6. Jahrhundert das Erzbistum Justiniana Prima. Im 14.-16. Jahrhundert kam es besonders in den Moldauklöstern zur Blüte der rumänischen Mönchstradition. Die Metropolie der Walachei wurde 1359 und jene Moldaus 1401 anerkannt.  Der Metropolit von Siebenbürgen residierte seit 1377 im Kloster Râmeţ. 1648 erschien in Alba Iulia die erste rumänische Übersetzung des Neuen Testaments, der 1688 die komplette rumänische Bibelübersetzung in Bukarest folgte.

Am 25. April 1885 ist die Rumänische Orthodoxe Kirche autokephal (eigenständig) geworden, und am 25. Februar 1925 wurde sie zum Patriarchat. Sie befindet sich mit den anderen orthodoxen Schwesterkirchen in dogmatischer, liturgischer und kanonischer (kirchenrechtlicher) Gemeinschaft.

Gemäß der letzten Volkszählung (2002) hat Rumänien eine Bevölkerung von 21.794.793 Einwohnern, von denen sich 86,7% als christlich-orthodox bekannt haben.

Das Oberhaupt der Rumänisch-Orthodoxen Kirche ist Seine Seligkeit Patriarch DANIEL CIOBOTEA, gewählt am 12. September 2007 und inthronisiert als 6. Patriarch Rumäniens am 30. September 2007.

 

Organisierung

Die Rumänische Orthodoxe Kirche ist als Patriarchat organisiert und hat im Inland (29 Diözesen), sechs Metropolien, die ihrerseits aus Erzbistümern und Bistümern zusammengestellt sind mit einer Gesamtzahl von 13.527 Kirchengemeinden mit 15.218 Gotteshäusern, in denen 14.513 Priester und Diakonen feiern. Für die orthodoxen Rumänen im Ausland gibt es 3 Metropolien (mit 3 Erzbistümern und 6 Bistümern) in Europa, ein Erzbistum auf dem amerikanischen Kontinent und ein Bistum in Australien und Neuseeland.

 

Das Mönchsleben

Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche hat 637 Klöster und Skyta mit mehr als 8.000 Mönchen und Nonnen. 

 

Der theologische Unterricht

Die Rumänische Orthodoxe Kirche hat: 33 Priesterseminare mit Abiturabschluss; 11 theologische Fakultäten und 4 theologische Fachbereiche, die Teil der Staatsuniversitäten sind, die mehr als 9365 Studenten zählen in verschiedenen Fachgebieten. Es gibt über 10.000 Religionslehrer in den staatlichen Schulen. 

 

Das Sozialwerk

Die sich unter der direkten Leitung der Rumänisch-Orthodoxen Kirche befindenden Sozialinstitutionen:

  • 121 Kinderzentren;
  • 35 Altenheimen;
  • 106 Sozialkantinen und Bäckereien;
  • 52 Diagnostik- und Behandlungszentren, Sozialsprechzimmer und Sozialapotheken;
  • 23 Beratungs- und Hilfszentren für die sich in Not befindenden Familien.
  • 2 Zentren für die Opfer des Schwarzhandels mit menschlichen Wesen.

Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche bietet ständige Sozialhilfe für 270.000 Menschen dar.

Während der Naturkatastrophen entwickelt die Rumänisch-Orthodoxe Kirche humanitäre Hilfsaktionen auf Nationalebene zur unmittelbaren Hilfe der Betroffenen. Gleichfalls, entwickelt die Rumänisch-Orthodoxe Kirche in Zusammenarbeit mit in- und ausländischen NGOs nationale Programme, die betreffen:

  • Die Bekämpfung der Armut;
  • Die Bekämpfung der Hausgewalt;
  • Die Bekämpfung des Personenhandels;
  • Die Bekämpfung des Drogenkonsums;
  • Die Bekämpfung der HIV/AIDS- Ausdehnung;
  • Die Leistung der Sozialintegrierung- und Aufnahme der Risikokategorien.

Kirchliche und interreligiöse Beziehungen

Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche ist seit 1961 Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen und seit 1964 Mitglied der Konferenz der Europäischen Kirchen. Zusammen mit den anderen orthodoxen Schwesterkirchen nimmt sie an den internationalen theologischen Dialogen mit der römisch-katholischen Kirche, mit den evangelischen Kirchen der Reformation, mit der anglikanischen Kirche usw., teil.

Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche hat eine Vertretung bei der Europäischen Union und bei anderen politischen europäischen Institutionen in Brüssel.

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